✧✧✧ Michelangelo Buonarroti ✧✧✧
Bedeutendster Künstler der italienischen Renaissance
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Das Michelangelo neben seinen bilderischen Leistungen noch weitere Talente besass zeigen die zahlreichen Gedichte, die er während seines Lebens verfasste. Meist handelte es sich hierbei um sogenannte Sonette die er der italienischen Dichterin Vittoria Colonna, mit der ab 1538 befreundet war, oder seinem Freund Tommaso de' Cavalieri widmete. Einige seiner Werke sind im folgenden aufgelistet:


An Vittoria Colonna
Seliger Geist, der das zu Tode alte
Herz heißen Eifers mir im Leben hält
und der auf mich aus Tausenden verfällt
und Edleren, damit er mich erhalte;

warst du einst meinen Augen Gegenwart,
so sei's jetzt dem Gemüte; komm und tröste.
Hoffnung ist nicht geringer als die größte
Sehnsucht, wenn sie mir etwas Leid erspart.

Fürbitterin, der ich nun dankend schreibe;
doch wie soll jemals auszudanken sein
für deine Hülfen, die mir widerfuhren.

Dies ist ein Dank, mit dem ich Wucher treibe:
als gäb ich dir die schlimmsten Malerein
für schöne und lebendige Figuren.


So wie, indem man abnimmt, langsam nur
So wie, indem man abnimmt, langsam nur
innen im harten Berggestein sich findet
ein Niederschlag lebendiger Figur,
der mehr erwächst, je mehr der Stein verschwindet,
so ist von manchem guten Tun die Spur,
darin die Seele bebend sich erwiese,
versteckt durch diese Oberfläche, diese
des eignen Fleisches steinige Natur,
Du kannst allein aus meinen Außenseiten
dieses befrein, wozu aus mir in mir
nicht Wille ist, noch Kraft, es zu bestreiten.


Wer ist's, der Gewalt mich zu dir führt
Wer ist‘s, der mit Gewalt mich zu dir führt,
o wehe, wehe, wehe,
gefesselt fest; ich bin doch lose, nicht?
Wenn deine Macht mich ohne Schnur verschnürt
und ohne Hand und Arme mich umflicht,
wer wird mich schützen wider dein Gesicht?


Mit deinen Augen seh ich süßes Licht
Mit deinen Augen seh ich süßes Licht,
das ich mit meinen blinden nicht mehr schaue,
und, das ich, lahm, zu tragen mich getraue,.
mit deinen Füßen trag ich dies Gewicht.

Dem Federlosen gibt dein Flügel Halt,
dein Geist weiß mich zum Himmel zu entfachen,
du hast die Macht, mich rot und blaß zu machen,
im Froste heiß und in der Sonne kalt.

In deinem Willen ist mein Wille drin,
mein Denken wird in deiner Brust bereitet,
in meine Worte weht dein Atem ein.

Es scheint, daß ich dem Monde ähnlich bin,
den unser Auge oben nur begleitet,
soweit die Sonne ihn versieht mit Schein.


Unter http://gedichte.xbib.de/gedicht_Michelangelo.htm
finden sie noch weitere Werke von Michelangelo Buonarroti. Des weiteren empfehle ich das Taschenbuch Michelangelo Gedichte und Briefe, das mit 184 Seiten recht umfangreich ist.


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"Es bemalte Michelangelo sixtinisch die Kappelle im Dienst der Kirchenfürsten und bekam so manche Schelle" (EAV - Nie wieder Kunst)